vor einiger Zeit hatten wir die Idee, Schule sei manchmal ziemlich langweilig, vielleicht sogar streckenweise überflüssig. Daraufhin entschied sich Sherlock, die Klasse zu wechseln. Vielleicht würde es dann ja interessanter.…
gesagt, getan … Erlaubnis eingeholt … alles gut!
Tatsächlich? Alles gut? … 25 neue Mitschüler, eine für Sherlock inkonsistente Klassenbezeichnung (nach a – b – c – d kommt nicht e, sondern c) … und schließlich die Überlegung, ob es nicht besser gewesen wäre, wenn er überhaupt alles hätte sein lassen und in der alten Klasse geblieben wäre?

Hey,Sherlock, zu viele Konjunktive! … also: NEIN!
Aber, „wohlmeinende“ Menschen werden dir entgegen halten: Denk daran, dass du eine einzigartige Perspektive und außergewöhnliche Fähigkeiten mitbringst. Du kannst diese Herausforderung meistern. Es ist auch in Ordnung, sich nervös oder unsicher zu fühlen – Aber erinnere dich daran, dass du schon viele Hindernisse überwunden hast und dies nur der nächste Schritt auf deinem Weg ist.

Wenn mein Freund sarkastisch lachen könnte, dann würde er das jetzt wahrscheinlich tun. Was für ein herrlicher Unfug, 1000 mal durchgekaut von schlauen Leuten…
Auf das Argument, er gehe doch auch zum Studium, würde er wohl antworten: klar, aber da muss ich mich nur einmal oder zweimal in der Woche hineinsetzen, in der Schule ist es fünf mal in der Woche für sechs oder mehr Stunden. Der Punkt, und das ist vielleicht wichtig zu erwähnen, ist nämlich, dass Sherlock plötzlich mehr als 20 fremde Gesichter fremder Menschen gegenübersitzen. Und da kann er nicht einfach sagen „werde ich mich schon dran gewöhnen“, sondern diese über 20 fremden Gesichter müssen kategorisiert werden, um überhaupt irgendetwas mit Ihnen anfangen zu können. Andernfalls wäre die Angst viel zu groß… Es ist nämlich nicht so einfach, sich selbst Raum zu geben, um sich in das Neue zu gewöhnen. Für den neurodivergenten Sherlock kommt nämlich die Gewöhnung erst an zweiter oder dritter Stelle. Lassen wir ihn also sich auf seine eigene Art durch die neue Umgebung navigieren, er wird sicher auch diese Etappe erfolgreich meistern.