Über uns

Wir sind uns, eher zufällig, vor ein paar Jahren vor die Füße gefallen d.h. plötzlich stand Sherlock da und suchte einen Weg ins (reale?) Leben. Genial, wie er ist, hat er mich erst mal im Schach besiegt, um sich dann auf längere gemeinsame Gespräche einzulassen. Seitdem treffen wir uns einmal wöchentlich 1 – 2 Stunden und diskutieren über „Schrödinger’s Katze“ und den Rest der Welt…


Diese Katze, die ja möglicherweise lebendig und tot sein kann – und das vielleicht gleichzeitig! – ist eine passende Metapher für die zwei Welten, in denen wir uns bewegen, die neurodivergente des Sherlock und die neurotypische Watsons. Beide Welten existieren sozusagen im Zustand zwischen normal und alternativ-normal, und haben dabei so ihre Verstehen-Probleme. Und keineswegs jedem ist klar, dass beide sehr wohl, nebeneinander und gleichzeitig existieren, und das – Quantenmechanik hin oder her – durchaus real!

„Wir“, das sind:

Sherlock, ein heute 16jähriger und
Watson, sein etwas älterer, neurodivergenter Begleiter

Als ich Sherlock kennengelernt habe, er war gerade 13 geworden, habe ich gedacht: Man erkennt in seinem Handeln immer, dass ein Nutzen darin sein muss, kaum etwas geschieht aus Spaß. Die hohen eigenen Ansprüche bestimmen weitgehend sein Tun. Kinderideen wurden aufgegeben zugunsten anspruchsvoller anerkannter Berufe: Physiker zum Beispiel…
Ihm eigen ist sein exzellentes (inneres) „Verstecken“ in jeder Lebenssituation, jeweils angepasst an die Bedürfnisse des Gegenübers, aber scheinbar ohne soziale (An)Teilnahme.“
Sherlock ist…eine Portion Philosophie, etwas Psychologie, das Herz von Sheldon Cooper, das sich für die Physik begeistert, die Melancholie einer besonderen Art, ein genialer Kopf… aber gerade der ist häufig das „Problem“.

Ich denke, er braucht wohl ein Stück seines Weges einen Begleiter, der ihm Führer, Gesprächspartner, Problemwälzer und Lösungsverwirrer, manchmal Stütze und Freund sein möchte. Irgendwann kann er dann allein gehen. Wobei allein gehen können und allein gehen nicht das gleiche sein muss. Und dass allein nicht einsam sein muss, ist eine der vielen Erkenntnisse dieser Gespräche.
So waren die Gespräche wie die zwischen dem ratsuchenden Jugendlichen und seinem Mentor.